Material Schaukampfwaffen - Waffenrechtlich Merkmale Verarbeitung Kaufen

Material von Schaukampfwaffen

In der Regel liest man überall, Schaukampfwaffen müssen aus Kohlenstoffstahl == Carbonstahl oder Federstahl sein.
Als Grund hierfür wird angeführt, das diese Stähle besonders hochwertig oder geeignet sind, weil sie sich besonders hoch härten lassen.
Richtig ist, Kohlenstoffstahl lässt sich besser härten als Edelstahl.
Dieses Argument verliert aber schnell an Wirksamkeit, wenn man weiß, das Schaukampfwaffen in der Regel nicht härter als 54 HRC gehärtet werden, die Range liegt zwischen 48 HRC und 54 HRC.
Der Grund dafür ist einfach: Man könnte natürlich auch Edelstähle verwenden, die sich durchaus bis HRC 56 / 57 härten lassen, und dabei nicht das befürchtete Bruchrisiko haben.
Klingen in dieser Härte aus Edelstahl, z.B. 440B, würden nicht brechen, sondern sich einfach nur verbiegen und dann verbogen bleiben. Immer noch besser als ein Klingenbruch bei Schwertern.

In der Regel findet man Angaben über den verwendeten Stahl, wie z.B. 440 B, 5160 (), AISI 1090, 1095 oder EN 45.
Diese Angaben sind Kennziffern für Stähle. Hinter diesen Kennziffern verbirgt sich auch die genaue Zusammensetzung eines Stahls.
So zum Beispiel:
AISI 1090 440 B 5160 1095 EN45
Kohlenstoff0.85 - 0.9800.9 0.56 - 0.640,9n.n.
Mangan0.60 - 0.901.0 0.75 - 1.0 0,3 - 0,5n.n.
Schwefel0.050- - -n.n.
Phosphor0.040- 0,035 0,04n.n.
Chrom-17.0 - -n.n.
Molybdän-0.9 - -n.n.
Silizium-1.0 0,15 - 0,3 0,15 - 0,3n.n.

Die einzelnen Zusätze verleihen dem Stahl unterschiedliche Eigenschaften. Das Problem ist nur, das Schaukampfwaffen meist nicht aus dem Stahlwerk, sondern aus einer Schmiede kommen, in der Sei aus einem Bandstahl geschmiedet werden. Bei den teilweise geringen Bestandteilen und den geringen Differenzen, die eine Veränderung der Wirkungsweise eines Zusatzes bewirken, ist es fast sicher anzunehmen, das im Schmiedefeuer sich die Zusammensetzung ändert.
Hinzu kommt, das bestimmte Bestandteile fast in jedem Stahl auftauchen, wie z.B. Phosphor oder Schwefel, das geschieht durch die Herstellung, auch, wenn es nicht immer gewünscht ist.
Wir haben jetzt also das Problem, gerade bei Kohlenstoffstählen, das sich die Ausgangspezifikation verändert hat. Das ist nicht unwesentlich von der verwendeten Methode, wir das Schmiedegut in Glut gebracht wird, abhängig. Also ob z.B. mit einem Gasbrenner oder mit Holzkohle gearbeitet wird. Und dann wieder mit welchen Gasen und welcher Qualität der Kohle.
Im Grunde genommen kann man nach der Schmiedearbeit nur noch von Kohlenstoffstahl reden.
Anders ist es bei Edelstahlklingen, die werden meist mit einem oder zwei Schlägen in ein Gesenk geschmiedet und dafür nur einmal erhitzt.
Unterm Strich scheinen Edelstahlschwerter, zumindest aus dem Sicherheitsaspekt, aus z.B. 440 B oder 440 C-Stählen besser geeignet, speziell für den Schaukampf.



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